Schützen Neoprenanzüge vor Quallen?

Ganz kurz gesagt, ja zum größten Teil. Selbst die dünnsten Neoprenanzüge schirmen gut ab, mit Ausnahme der notwendigen Öffnungen für Kopf, Gesicht, Hände und Füße. Die Verwendung von Tauchhandschuhen, Neoprenfüßlinge und einer Haube verringert die Wahrscheinlichkeit, von den Tentakeln gestochen zu werden. Bleibt nur noch das Gesicht. Eine Tauchermaske schützt Ihre Augen und Nase.

Die Quallen, die wir zu Hause in Deutschland haben, sind nicht sehr schmerzhaft. Es ist ein bisschen wie ein Nesselstich. Ihre Stiche sind viel weniger aggressiv als z.B. im Mittelmeerraum. Wenn man sich an diesen Quallen reibt, kann es schlimmstenfalls zu roten Flecken oder kleinen roten Punkten auf der Haut kommen mehr auch nicht. Das unangenehme Empfinden verschwindet in der Regel recht schnell (außer im Falle einer allergischen Reaktion), und Sie können Ihren Tauchgang ganz normal fortsetzen.

Schützt Neoprenanzug vor Quallen?

Man sollte unter Wasser nichts anfassen nur beobachten. Nicht nur Korallen können gefährlich sein.

Doch es gibt auch sehr gefährliche Quallenarten, die tödlich sein können. Die Chironex Fleckeri (Seewespe), so heißt diese Quallenart, die im Indischen und Pazifischen Ozean besonders gefürchtet ist.
Sie sieht mit ihren feinen Tentakeln sehr elegant aus, die zu tanzen scheinen, und verblüfft mit den transparenten würfelförmigen Kopf. Doch Vorsicht vor der Chironex fleckeri, die tödlichste Miniqualle Australiens. Sie wird auch als “Hand des Todes” bezeichnet und ist eines der gefährlichsten Tiere der Welt.

Ihre Waffe? Ein Gift, das auf blendende Weise wirkt. Es enthält Giftstoffe, die direkt das Herz, das Nervensystem und die Hautzellen angreifen. Ein längerer Kontakt mit dieser Qualle kann innerhalb von Minuten zum Herzstillstand führen. Und weil ihr Stich extrem schmerzhaft ist, werden ihre Opfer ohnmächtig und ertrinken, bevor sie aus dem Wasser gezogen werden können.

Diejenigen, die überleben, haben danach mehrere Wochen lang Schmerzen und zeigen deutlich sichtbare Spuren an der Stelle ihres Körpers, die mit den Tentakeln in Berührung gekommen sind.

Qualle im Meer

Qualle auf der Wasseroberfläche

Beim Tauchen lauern viel größere Gefahren als Quallen

Glücklicherweise sind wie bereits erwähnt die meisten Quallen ungefährlich. Möchten Sie sich trotzdem wirksam schützen, dann brauchen Sie einen Ganzkörperanzug.  Jedoch sind Quallen nicht die einzigen wirbellosen Tiere mit Stacheln. Die Feuerkoralle und Seeanemonen haben ebenfalls Stacheln. Auch hier braucht es nicht viel, um Ihre Haut mit einer dieser Meeresbewohner zu schützen. Bei der Feuerkoralle vergisst man leicht, dass man mit ihr in Berührung gekommen ist. Aber man wird sehr schnell daran erinnert, wenn man die Handschuhe auszieht.

Wenn man sich unter Wasser begibt ist es immer ratsam folgende Regel zu befolgen: Beobachten, fotografieren und nichts anfassen.

Haie

Zwar deuten irreführende Medienberichte darauf hin, dass Hai-Angriffe immer häufiger vorkommen, doch sind solche Angriffe auf Menschen äußerst selten und noch seltener tödlich. Während die Zahl der registrierten Haiangriffe in den letzten Jahren gestiegen ist, ist die Pro-Kopf-Rate nicht gestiegen. Es gibt einfach mehr Menschen auf der Welt eine regelrechte Bevölkerungsexplosion, sodass sich immer mehr Menschen gleichzeitig im Wasser aufhalten, somit immer mehr von uns dem Risiko einer Begegnung mit Haien ausgesetzt sind.

Meeresschildkröten

Meeresschildkröten sind oft unsere Lieblinge in der Unterwasserwelt. Mit ihrem lässigen Auftreten und ihrer langsamen Bewegung, lieben wir es, ihnen zu begegnen und Fotos von ihnen zu machen. Diese scheinbar ruhigen Reptilien mögen es nicht, gestört zu werden, aber wer mag das schon? Ein Ratschlag: Halten Sie Ihre Finger von ihrem Mund fern. Schildkröten haben einen scharfen Schnabel, mit dem sie problemlos Ihre Finger abtrennen können.

Dornenkronenseestern

Die meisten Seesterne sind für uns harmlos, aber sie sind sehr empfindlich. Sehr gefürchtet ist der Dornenkronenseestern. Ein prächtiger Seestern, dieser Korallenfresser mit mächtigem Gift versteckt sich oft unter seiner Beute. Darf unter keinen Umständen angefasst werden!!

Vorsicht vor den Klauen der Krebse und Hummer

Andere Arten, die nicht giftig sind, aber Verletzungen verursachen können, sind große Krustentiere und einige Fische. Arten, die Verletzungen verursachen können, sind hauptsächlich Krebse, Krabben und Hummer. Solche Unfälle werden nur dann verursacht, wenn man versucht, sie zu erwischen oder in die Hand zu halten.

Muränen

Muränen sind eigentlich nur beim Tauchen oder Schnorcheln anzutreffen. Sie sind nur gefährlich, wenn sie gestört werden. Aber sie haben scharfe Zähne, und ein Biss kann sehr wehtun.

Stachelrochen

Auf dem Meeresgrund leben unter anderem Stachelrochen mit Peitschenschwänze, die mit einem starken Giftstachel ausgerüstet sind. Nicht sehr aggressiv und in der Tat eher freundlich nähern sich diese eleganten, weichhäutigen Rochen dem Taucher manchmal mit Neugierde (auch ohne jegliche Nahrungsanregung). Aber passen Sie auf, dass Sie sie nicht drängen! Ihr Stich verursacht unerträgliche Schmerzen, der Stachelstich zerreißt das Fleisch, und die Wunde infiziert sich leicht!

Stachelrochen

Was ist im Falle eines Unfalls zu tun?

Ihr Verhalten als respektvoller und aufmerksamer Taucher ist die beste Garantie mit lebensgefährlichen Situationen in Kontakt zu kommen. Hier sind jedoch ein paar Tipps, die Sie hoffentlich für den Fall eines Zwischenfalls nicht brauchen werden.

  • Unerträgliche Schmerzen: So schnell wie es geht aus dem Wasser raus und zum nächsten Arzt gehen oder Krankenhaus. Wenn dies nicht möglich sein sollte, lassen Sie sich von Ihrem Buddy helfen, um schnellstmöglich mit Erste Hilfe Maßnahmen zu beginnen.
  • Kleine Bisswunden: Sehr oft sind Gifte temperatur-anfällig: sie bauen sich bei Hitze ab. Durch schnelles Einweichen der betroffenen Wunde in sehr heißem Wasser (ca. 45°C)  oder die Verwendung eines Föhns an der Grenze der Verträglichkeit haben Sie die Möglichkeit, das Gift teilweise zu neutralisieren, bevor es sich ausbreitet. Eine andere Lösung ist eine Art Vakuumspritze zu benutzen, mit der Sie einen Teil des Giftes absaugen können. Dies ist ein kleines Gerät, das Sie immer in Ihrer Strand- oder Tauchtasche mitführen sollten!
  • Große Bisswunden: Scharfe Zähne, die Fleisch zerfetzen können, mehr oder weniger giftiger Speichel z.B. der Biss einer Muräne der selten harmlos ist. Es ist notwendig, es sehr sorgfältig zu desinfizieren.. Warten Sie nicht, bis ein Infektionsrisiko besteht, bevor Sie einen Arzt aufsuchen, der dann entscheidet, welches Antibiotikum Sie einnehmen. Bei einem Biss, der eine starke Blutung verursacht (Hai), geht es natürlich vorrangig darum, die Blutung einzudämmen. Hier ist es klar, dass dann eine medizinische Hilfe dringend erforderlich ist.
  • Brennen auf der Haut: Wenn Sie von einer Qualle berührt worden sind, kann das Gift eine direkte Reaktion (Entzündung, lokale toxische Wirkung), aber auch eine allergische Reaktion unterschiedlichen Ausmaßes auslösen. Zuerst muss die Haut gründlich gereinigt werden, um so viel Gift wie möglich zu entfernen (alle stechenden Tentakeln oder Fäden, die eventuell anhaften können), und dann muss versucht werden, das verbleibende Gift mit einem alkoholgetränkten Verband zu neutralisieren. Um die allergische Reaktion zu bekämpfen, kann eine Kortisoncreme für zwei bis drei Tage erforderlich sein. Im Falle einer allgemeinen Reaktion (Schock) ist es unbedingt notwendig, im absoluten Notfall einen Arzt zu konsultieren.